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122881

(2012) Life, subjectivity and art, Dordrecht, Springer.

Soziale und individuelle Aspekte produktiven und kreativen Handelns

Karl Mertens

pp. 255-276

Der Gestalttheoretiker MaxWertheimer gibt in seinem Buch Productive Thinking das folgende Beispiel für die Umstrukturierung einer Spielhandlung. Ein zwölf- und ein zehnjähriger Junge spielen miteinander Federball. Die deutliche Überlegenheit des Älteren entmutigt bald den Jüngeren, der kaum einmal den Ball parieren kann. Frustriert wirft der Jüngere seinen Schläger schließlich fort und möchte das Spiel beenden. Der über dieses Verhalten zunächst verärgerte ältere Junge macht nach einigem Nachdenken, das Wertheimer genau beschreibt und analysiert, den Vorschlag, sie mögen nun beide gemeinsam versuchen, den Federball so lange wie möglich hin und her zu spielen. Begeistert nimmt der Jüngere diesen Vorschlag auf und das Spiel wird für beide wieder interessant. – Die Einheit des hier beschriebenen Handelns besteht in der Verwandlung der auf Siegen und Verlieren ausgerichteten Spielhandlung in ein Spiel, das dem stärkeren und dem schwächeren Spieler eine gemeinsame Aufgabe stellt. Das neue Spiel unterscheidet sich grundlegend von der vorhergegangenen Spielhandlung, insofern es deren spielkonstitutiven Rahmen verändert.

Publication details

DOI: 10.1007/978-94-007-2211-8_10

Full citation [Harvard style]:

Mertens, K. (2012)., Soziale und individuelle Aspekte produktiven und kreativen Handelns, in R. Breeur & U. Melle (eds.), Life, subjectivity and art, Dordrecht, Springer, pp. 255-276.

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