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122881

(2012) Life, subjectivity and art, Dordrecht, Springer.

Husserls deskriptive Erforschung der Gefühlserlebnisse

Ullrich Melle

pp. 51-99

Das Bewusstsein ist für Husserl eine Gegenstandsregion und als solche ein Forschungsfeld. Die primäre Aufgabe bei der wissenschaftlichen Erschließung eines Forschungsfeldes ist die Klassifikation und die genaue Beschreibung der Gegenstände des betreffenden Seinsgebiets. Brentano hatte in seiner deskriptiven Psychologie einen wichtigen ersten, aber noch ganz groben Anhieb in der immanenten Erforschung des Bewusstseins gemacht. Der ungeheure Reichtum und die Verschlungenheit der Bewusstseinsphänomene waren ihm noch nicht offenbar geworden. Husserl teilt die Überzeugung seines Lehrers, dass dieWissenschaftlichkeit der Philosophie ihre Grundlage hat in der mühevollen Arbeit der genauestmöglichen Deskription der Strukturen des Bewusstseins und seiner Phänomene. Diese Deskription ist allerdings nicht als eine empirische von realen Bewusstseinstatsachen, sondern als eine Wesensbeschreibung zu verstehen. Vor allem in seinen Göttinger Jahren hat Husserl sich in zahlreichen Manuskripten um eine umfassende und detaillierte Strukturbeschreibung der Bewusstseinserlebnisse ganz im Sinne einer deskriptiv-eidetischen Psychologie, wie sie von Brentano initiiert wurde, bemüht. Die folgenden Ausführungen sind einem bisher noch wenig bekannten Teil dieser Forschungsarbeit an den Bewusstseinsphänomenen gewidmet: der Untersuchung der Gefühlserlebnisse.

Publication details

DOI: 10.1007/978-94-007-2211-8_3

Full citation [Harvard style]:

Melle, U. (2012)., Husserls deskriptive Erforschung der Gefühlserlebnisse, in R. Breeur & U. Melle (Hrsg.), Life, subjectivity and art, Dordrecht, Springer, pp. 51-99.

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