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147847

(2015) Feeling and value, willing and action, Dordrecht, Springer.

Leibliche Interaktionen und gemeinsame Absichten

Hilge Landweer

pp. 263-291

In der philosophischen Debatte über Wir-Intentionalität wird der leiblichen Kopräsenz der Akteure kaum Rechnung getragen, geschweige denn, dass bestimmte Formen des leiblichen Kontakts auf die Ausbildung gemeinsamer Absichten bezogen würden. Aufgrund dieses Desiderats wird untersucht, welche Formen leiblicher Interaktion überhaupt vorkommen. Sind manche besser geeignet als andere, um gemeinsame Absichten auszubilden? Die verschiedenen Phänomene leiblicher Interaktionen unter Anwesenden werden in ihrer ganzen Breite erfasst und Kategorien zu ihrer Beschreibung diskutiert: "bipolare" und "unipolare leibliche Interaktion" sowie "leibliche Resonanz". Den absichtlichen Formen der leiblichen Interaktion, etwa in der künstlerischen Aufführungspraxis, wird das Fluchtverhalten von Herden als einer unwillkürlichen Form leiblicher Interaktion gegenübergestellt und beide Formen kontrastiert mit dem Grenzfall der Ausbildung gemeinsamer Absichten ohne Kopräsenz. Die verschiedenen Formen leiblicher Interaktion lassen sich weiter klären mit der Unterscheidung von einfachen und reflexionsfähigen Intentionen. Erstere werden ausschließlich von außen zugeschrieben. Nur so sind die übersubjektiven, sich koordiniert verhaltenden Einheiten beschreibbar, die durch unwillkürliche leibliche Interaktionen entstehen. Mit dem zweiten Typus verhalten sich Subjekte zu ihren Wünschen und Absichten; er ist nur reflexionsfähigen Individuen möglich. Diese Differenzierung ermöglicht einen Anschluss an die neuere Debatte um Gemeinschaftsgefühle.

Publication details

DOI: 10.1007/978-3-319-10326-6_15

Full citation [Harvard style]:

Landweer, H. (2015)., Leibliche Interaktionen und gemeinsame Absichten, in M. Ubiali & M. Wehrle (Hrsg.), Feeling and value, willing and action, Dordrecht, Springer, pp. 263-291.

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