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121507

(1990) Husserl-Ausgabe und Husserl-Forschung, Dordrecht, Kluwer.

Husserls Begriff des Noema

Rudolf Bernet

pp. 61-80

Wenige von Husserl geprägte Begriffe haben ebenso allgemeine Beachtung gefunden und ebenso grosse Erwartungen geweckt wie der Begriff des "Noema". Das Noema wurde als Husserls ursprünglichster Beitrag zu einer Ergänzung von Brentanos Lehre von der Intentionalität des Bewusstseins gewertet, als Bestätigung und zugleich phänomenologische Fundierung von Freges Semantik, als Eingangstor zu einer Lehre von den Phänomenen diesseits der Scheidung zwischen Subjekt und Objekt. Wenige von Husserl geprägte Begriffe sind aber ebenso kontrovers aufgenommen worden wie Husserls Begriff des "Noema". Das Noema wurde zugleich als idealer Sinn und als Erscheinung verstanden, als "was ich in der Hand halte" und als Inhalt der Hand im Sinne der "Knochen,... Muskeln, aus denen sie besteht"1 und schliesslich verständlicherweise auch als ein widersinniger Zwitterbegriff2. Es schieden sich immer wieder von neuem die Lager der Gegner des Noemabegriffs (von Adorno über Sartre3 bis zu Tugendhat) und der Befürworter des Noemabegriffs. Aber auch letztere sind zerstritten, wie die polemischen Diskussionen zwischen Gurwitsch und Føllesdal4 sowie zwischen Sokolowski und Føllesdal-Mohanty5 oder Smith-Mclntyre6 zur Genüge gezeigt haben.

Publication details

DOI: 10.1007/978-94-009-2427-7_5

Full citation [Harvard style]:

Bernet, R. (1990)., Husserls Begriff des Noema, in S. Ijsseling (Hrsg.), Husserl-Ausgabe und Husserl-Forschung, Dordrecht, Kluwer, pp. 61-80.

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